Die KINOTANTE im Mai

PROLOG

Uns zieht es hinaus.
Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen.
Und das alles über Land.
Nie den Kontakt zur Erde verlieren.
Immer Strecke spüren.
Über die Meere mit dem Schiff,
denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen,
mit Zeit reisen.

 

Wir lernen Grenzen kennen.
Wollen lernen was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet.
Es ist der Versuch nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben.
2 oder 3 Jahre.
Vielleicht mehr, vielleicht weniger.
Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes,
wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.
Dabei sind Spontanität und Neugierde unsere engsten Begleiter. 



Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen was für andere Heimat bedeutet.
Und es wird einen Film geben.
Irgendwann.
Denn dann sind wir so weit in den Osten gereist,
dass wir über den Westen wieder zurück gekehrt sind.

Gwen und Patrick - WEIT.


Neben Reisenden, die die Welt erkunden möchten oder sich selbst suchen, geht es in der ersten Maiausgabe der Kinotante um Deserteure, um Kinder, die einen Verlust erleiden, um eine spanische Bürgermeisterin, die der männerdominierten Politik Weiblichkeit (also Herz und Verstand ;-) entgegensetzt; und schließlich geht's auch um ein lateinamerikanisches Nationalgericht, denn erst kommt bekanntlich das Fressen, dann die Moral! 
Wo? Am Mittwoch, den 10. Mai um 19 Uhr bei der Kinotante. 

Die KINOTANTE im April - zweite Ausgabe

April, du Rebell! Was macht man, wenn draußen wieder Schnee liegt, wenn es kalt und nass ist? Klar, vom Urlaub am Meer träumen und sich beim spanischprachigen Filmfestival, das 24. CineLatino - 14. CineEspañol, umschauen, was denn derzeit für iberoamerikanische Produktionen erschienen sind. 

Es geht dabei um Mauern, die überwunden werden wollen - die sichtbaren und die unsichtbaren; es geht um vergangene Gräueltaten und neue Verbrechen an die Menschheit; es geht um die Suche und dem Streben nach Glück, um Ziele, die man erreicht und Pläne, die zerplatzen; um Familie und Traditionen, um Selbständigkeit und Emanzipation, um Frieden. Dazwischen werden wir zum Nachdenken gebracht, zum Lachen und zum Weinen. Und am Ende zählt, dass wir unsere Träume niemals aufgeben! 

„Träume müssen immer größer sein als die derzeitige Aussicht, sie zu verwirklichen“ - Ellen Johnson Sirleaf

Die KINOTANTE im April

"Eines Tages wollte mich Henning ins Kino einladen und fragte, wie oft ich früher in Syrien ins Kino gegangen sei. "Nie", antwortete ich, "ich war in meinem ganzen Leben noch nie im Kino." Er war bass erstaunt! Wahrscheinlich dachte er bei sich: "Was ist denn das für ein Leben, wenn man keine Filme schaut?" Tatsächlich weiß er nicht, dass ich unglaublich viele Filme gesehen habe, vielleicht mehr als er. Ich kenne alles: HARRY POTTER, HERR DER RINGE, GLADIATOR. 300 ist einer meiner Lieblingsfilme. In Syrien sah ich gern amerikanische Filme, aber nicht im Kino, sondern im Fernsehen. Ebenso indische und chinesische Filme. Aber wo ich herkomme, gibt es diese Tradition, ins Kino zu gehen, nicht. Es gibt zwar auch in Syrien Kinosäle, aber nur eine kleine Minderheit schaut Filme im Kino, Intellektuelle und Schriftsteller etwa, in den großen Städten wie Damaskus und Aleppo. Ich jedenfalls war niemals dort. Als Student musste ich mit meinem Geld haushalten. Für den Preis eines Kinotickets konnte ich mir zum Beispiel das Skript für eine Vorlesung oder ein wichtiges Buch für die Uni kaufen. Seit ich in Deutschland bin, wurde ich nun schon mehrmals ins Kino oder ins Theater eingeladen. Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich mit Henning ins Kino. Es war ein seltsames Gefühl. Auf dem Weg stellte ich mir vor, wie es wohl sein würde. Ob es eine große Leinwand gäbe wie in den Kinos, die ich aus den Filmen kannte. Ob viele Zuschauer dort sein würden und, und, und ...

Wir sahen dann THE REVENANT mit Leonardo DiCaprio, ein sehr blutiger Western. Ich war tatsächlich überrascht, dass die große Leinwand und die starken Lautsprecher einem das Gefühl vermitteln, man erlebe die Ereignisse des Films hautnah mit.  Dann geschah, was ich befürchtet hatte: Henning machte sich Sorgen um mich, denn im Film ging es höchst brutal zu. Der Arme befürchtete, diese Szenen würden mich an die Situation in Syrien erinnern. Aber es waren normale Filmszenen, ganz im Gegensatz zu dem, was ich in Syrien mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört habe, Szenen, die noch immer in meiner Vorstellung weiterleben. Ich wollte ihn beruhigen und sagte: "Mach dir keine Sorgen, der Film gefällt mir sehr gut." Abgesehen von den blutigen Szenen, gab es auch herrliche Naturaufnahmen. Ich erzählte Henning später, dass ich auf meiner Flucht durch Europa ganz ähnliche Landschaften durchquert hatte wie Leonardo DiCaprio im Film, in Mazedonien etwa. Ich mochte das Kino. Auf dem Nachhauseweg beschlossen wir, einmal im Monat ins Kino zu gehen."

Aus: "Unter einem Dach: Ein Syrer und ein Deutscher erzählen" - Amir Baitar und Henning Sußebach 

Das Thema dieser ersten April-Ausgabe, die am 12. April um 19 Uhr ausgestrahlt wird, ist, wie man unschwer erkennen kann, das syrische Kino von den Anfängen bis zum Ausbruch des Kriegs und einige Werke, die während der Konflikte entstanden sind. Dabei werden auch aktuelle Filme besprochen, die derzeit im Kino zu sehen sind und in naher Zukunft in den Lichtspielhäusern gezeigt werden, beispielsweise INSYRIATED, DIE LETZEN MÄNNER VON ALEPPO, sowie andere europäische und internationale Leinwandproduktionen.

Die KINOTANTE im März - zweite Ausgabe

"Was macht ein arbeitsloser Schauspieler? Keine Rolle mehr spielen!"

Da sind wir wieder. Mit einer neuen Edition der Kinotante bei Freies Radio Freudenstadt und strahlendem Frühlingswetter! In dieser Ausgabe erfahrt ihr Näheres über die Oscars, warum sie nicht mehr der Rede wert sind und welche anderen Auszeichnungen mit den Oscars konkurrieren.

Ich präsentiere euch noch die "Gewinner der Herzen" bei der diesjährigen Berlinale. Und natürlich bekommt ihr einige der besten und sehenswertesten Filmstarts des Monats und der kommenden Wochen auf die frisch gebohnerten Öhrchen. 

Von Sally zu Harry - Potter: Wie versprochen gibt es diesmal den Sonderbeitrag "Harry-Potter-Studios-Spezial". Passend zum Brexit. We love Great Britain! 

Freuen dürft ihr euch am Mittwoch, den 29. März um 19 Uhr auf eine Stunde auditiven Filmgenuss!

Die KINOTANTE im März

Am Mittwoch, den 15.3.2017, lädt euch die Kinotante zur ersten Märzausgabe ein. Gewidmet ist diese Sendung den Frauen und der neuen Weiblichkeit, der Queen und ihrem Schützling Harry Potter, sowie den Perlen der diesjährigen Berlinale. Über eine dieser Perlen spreche ich mit dem Filmemacher Jakob Lass - er wird mir einige Fragen zu seinem neuen Film TIGER GIRL beantworten.

Natürlich erfahrt ihr, welche neuen Filme ihr unbedingt im Kino schauen solltet. Und falls die einen oder anderen Titel bundesweit schon abgelaufen sein sollten, werden sie auf jeden Fall noch in den Subiaco Kinos zu sehen sein! So seid ihr bis zur zweiten März-Sendung garantiert bestens cineastisch versorgt!

Die KINOTANTE im Februar - zweite Ausgabe

Die Welt ist schlecht. Schaut doch nur, was in Schweden passiert ist: Dort werden Möbel mit komischen Namen wie Poäng, Kagge, Gutvik oder Lustifik schräg zusammengebaut. Und das Knäckebrot bröselt. Zum Glück gibt es auch hier noch talentierte Filmemacher, die ihre parlamentarische Monarchie mit guten Leinwandwerken retten können. Dazu muss man gar nicht handwerklich geschickt sein, noch besonders zurechtgerückt - man kann sogar eine SCHRAUBE LOCKER haben! Und wenn das nicht Grund genug ist, die Kinotante am 22.2.2017 ab 19 Uhr zu hören (weil es ja prima zur Narrenzeit passt), dann mögen vielleicht folgende Argumente überzeugen:

Ihr bekommt eine individuelle Berlinale-Revue (nicht von der Stange, kein Nullachtfuffzehn, nicht das, wovon jeder schreibt) u.a. mit den Filmen AMELIE RENNT, WERDEN WER ICH WAR, BUTTERFLY KISSES und TIGER GIRL (dessen Schöpfer ich in dieser oder der kommenden Sendung interviewen werde), sowie T2 TRAINSPOTTING. Ich picke für euch die Rosinen aus den Filmneustarts des Monats: VOLT, FAMILIENFILM, ERZÄHL ES NIEMANDEM, A CURE FOR WELLNESS und FENCES. Außerdem gibt es wie immer gute Musik, diesmal mit Rainer von Vielen.

Die KINOTANTE im Februar

Vor der Berlinale sind alle im Stress. Wirklich alle? Nein, denn eine kleine Kinotante lässt es ganz gemütlich angehen und bringt euch wie immer eine Stunde bewegte und bewegende Bilder über die jeweiligen Empfangskanäle direkt zu euch nach Hause - oder ins Auto, in die Schule, in euer Büro, in den OP-Saal, wo auch immer ihr sie hört.

Was euch dann erwartet, werden euch die Filmfotos und Trailer verraten. Ich sage nur so viel: Um 19 Uhr geht's bei Freies Radio Freudenstadt wieder "herrlich pittoresk" zu. Holt euch Popcorn, schaltet euer Handy aus, lehnt euch zurück und genießt den wohligen Vorgeschmack auf den nächsten Kinobesuch!


Die KINOTANTE im Januar - zweite Ausgabe

Eisköniginnenhaft lädt die Kinotante wieder ihre Untergebenen zum hoheitlichen Kaffeekränzchen ein. So denn, nehmt Platz und lasst es euch munden bzw. "ohren"! Denn die lange Tafel ist bestückt mit hörbarem Filmgenuss: es machen den Anfang die Filmflocken - SNOW CAKE, FARGO, EISSTATION ZEBRA - wir gehen über zu den Filmneuigkeiten und den bundesweiten sowie regionalen Kinostarts - BOB, DER STREUNER und LUCA TANZT LEISE, JUNCTION 48 und RADIO HEIMAT - und schließen mit PETER HANDKE - BIN IM WALD, KANN SEIN, DASS ICH MICH VERSPÄTE.

Krönender könnte der Abschluss nicht sein. Ich hoffe, es ist für jeden etwas dabei! Andernfalls müsst ihr mal einen Stift zücken oder eure filigranen Fingerchen über die Tastatur huschen lassen, damit ich euren Wünschen entsprechend mehr dies, weniger das verlauten lasse.
Dann aber Beeilung, denn am 18.1.2017, um 19 Uhr ist es schon soweit!

Die KINOTANTE im Januar 2017

"Manche Leute behaupten, es gäbe nichts Schönes mehr auf der Welt. Keine Magie. Wieso kommt dann die ganze Welt in dieser einen Nacht zusammen, um die Hoffnung für ein neues Jahr zu feiern?" (Filmzitat aus HAPPY NEW YEAR)

Welcome back, ihr Filmnarren! Kurz bevor die drei Heiligen ihre Gaben bringen, schleicht sich die Kinotante wie die in Italien bekannte Befana mit ihrem Besen heran, um euch mit dem Neuesten aus der Filmwelt zu beglücken. Mit dabei sind die Passagiere OLLI MÄKI, DAVID BOWIE, DIE TASCHENDIEBIN, PAPA und BOB DER STREUNER. Aber es kommt noch wilder! Wir wollen das neue Jahr in Gedenken an die Zurückgelassenen, aber auch mit Zuversicht, entspannt und freudig beginnen. Am besten gelingt das im Kino.